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Verlag Opus Magnum


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Heft-Nr. 29: Lachnummer Drucken E-Mail
 
 
Heft 29 gross

Heft Nr. 29  •  Februar 2013

Schwerpunkt:

Humor

Leseprobe:

Liebe Leserinnen und Leser,
 
Humor und Lachen haben viele heilsame Funktionen, das zeigt uns dieses Heft eindrücklich: Sie bauen Tabus, Grenzen und Spannungen ab, mildern Konflikte, reduzieren Aggressionen, Angst und Scham, stimmen versöhnlich, befreien gehemmte Energie, stärken die Immunabwehr, verringern Schmerzen, schenken Freude, Hoffnung und Vertrauen, fördern Beziehungen, vermitteln ein Gefühl von Gemeinschaft und Zusammengehörigkeit.
 
Schopenhauer ging sogar so weit zu sagen, dass der Sinn für Humor die einzig göttliche Qualität des Menschen sei. Humor und die Fähigkeit, sich selbst nicht mehr so „ernst" zu nehmen, sind also wahrhaft „reife" Leistungen, und sie stehen nach Heinz Kohuts Auffassung in enger Beziehung zu Empathie, Weisheit und Kreativität.
 
Bei all diesen vielen Vorzügen fragt sich: Warum machen wir nicht mehr Gebrauch davon? Vielleicht, weil die „Fähigkeit und Bereitschaft, auf bestimmte Dinge heiter und gelassen zu reagieren", wie der Duden den Humor definiert, von uns doch auch eine beträchtliche Auseinandersetzung und Versöhnung mit unserem Schatten, unserem Narzissmus und unseren unbewussten Komplexfeldern fordert. Es ist bei vielen Peinlichkeiten und Missgeschicken des Lebens ja gar nicht leicht, „trotzdem" zu lachen, wie es die genial-einfache Formulierung des Schriftstellers Otto Julius Bierbaum auf den Punkt bringt, nach der „Humor ist, wenn man trotzdem lacht".
 
Humor (lat. humores: Feuchtigkeiten, Körpersäfte, der besondere Saft des Sanguinikers, d. h. des lebensfrohen und heißblütigen Menschen) und Lachen (mhd: lahan, lautmalendes Wort, ähnlich haha) begegnen uns in ganz verschiedenen Erscheinungsformen und stellen eine besondere Verbindung körperlicher Bereitschaften und kognitiver und emotionaler Fähigkeiten dar.
 
Evolutionär betrachtet ist Lachen dem Zähnefletschen verwandt, kann also durchaus auch drohend oder abschreckend eingesetzt werden. Werner Finck meinte: „Lächeln ist die eleganteste Art, seinem Gegner die Zähne zu zeigen." Innerhalb einer Gruppe signalisiert das Lachen auch Macht und Stärke: Jemand nimmt seine Position als gleichberechtigtes oder als überlegenes Mitglied ein. Nach außen gerichtet kann das Lachen einer Gruppe ebenso als Waffe verwendet werden wie auch als Einladung zur Annäherung, zur Vertrauensbildung. Abgemilderte, vorsichtigere, leichtere Formen des Lachens finden wir im Lächeln und im eher stillen Schmunzeln.
 
Echtes Lachen ist das natürliche und gesunde Verhalten von Menschen auf lustige, komische, humorvolle Situationen. Rein physiologisch gesehen ist Lachen ein Reflex, eine unwillkürliche Bewegung des Atems und der Gesichtsmuskeln und kann den ganzen Körper in unkontrollierbarer Weise erfassen: Wir können herzhaft lachen, aus vollem Hals, bekommen einen Lachanfall/Lachkrampf, brechen in Gelächter/Lachen aus, prusten oder wiehern, lachen uns schief, krumm, krank und kaputt oder gar tot. Wir lachen Tränen, weinen vor Lachen, schütteln uns, halten uns den Bauch oder können uns gar nicht mehr halten vor lachen. Jugendliche „lollen" oder machen sich „lollig" (lol = Netzjargon für „laughing out loud"). Ekstatisches Lachen ist Zeichen eines psychischen Ausnahmezustandes, der umschlagen kann, z. B. in ein dämonisches oder in ein irres Lachen.
 
In Beziehung und Miteinander bedeutet Lachen und Lächeln zunächst, dass Sympathie und Einverständnis zwischen zwei Menschen besteht. Das erste Lächeln, auch soziales Lächeln und Dreimonatslächeln genannt, signalisiert, dass der Säugling seine Bezugspersonen wiedererkennt. Das Lächeln und das Lachen, so wird schon hier spürbar, ermöglichen Beziehungsaufnahme und Sympathie. Es kann körperlicher und emotionaler Ausdruck des Wohlbefindens, der Heiterkeit und Freude, des Glücks sein, und es kann anstecken; es stimmt das Gegenüber positiv und kann beschwichtigend auf negative Affekte des Gegenübers wirken. Schon bald folgt dem sozialen Lächeln das intensive Lachen des Säuglings als Reaktion auf angenehme, lustvolle Reize.
 
Allerdings ist Lachen auch bis zu einem gewissen Grad kontrollierbar, produzierbar, zur Abwehr von Konflikten und Tabus und als Waffe zu verwenden. Wir können Lachen zurückhalten, unterdrücken, verbeißen, ein Lachen oder Lächeln aufsetzen, jemanden belächeln, ver- oder auslachen, uns lächerlich über jemanden machen, grinsen, feixen, jemandem das Gefühl geben, eine „Lachnummer" zu sein.
 
Eine „Lachnummer" zu sein, wie die aktuelle Ausgabe unseres Jung-Journals diesmal mehrdeutig betitelt ist, wird für den Betroffenen in der Regel als wenig erfreulich erlebt. „Wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen" oder „Schadenfreude ist die schönste Freude" sagt die sprichwörtliche Lebensweisheit. Zur Zielscheibe von aggressivem Humor, Gelächter, Hohn und Spott zu werden, ist für uns erniedrigend, beschämend, ja sogar traumatisierend und kann unser weiteres Leben tiefgreifend beeinflussen. „Aus"-gelacht zu werden bedeutet, aus der Gemeinschaft ausgegrenzt, als dumm, ungeschickt, hässlich und inkompetent hingestellt und – zumindest kurzzeitig – in die Einsamkeit verbannt zu werden. Viele Kinder können von solchen Erfahrungen aus der Kindergarten- und Schulzeit berichten, die dann noch besonders beschämend waren, wenn die Erwachsenen nicht schützend eingegriffen, sondern sich an der Demütigung beteiligt oder sie gar ausgelöst haben.
 
Aber auch Politiker, Menschen in Führungspositionen und „Stars" müssen in dieser Hinsicht viel aushalten, ein „dickes Fell" entwickeln, „trotzdem lachen", sich zum Lachen zwingen oder Tranquilizer nehmen. In den Medien, in Cartoons, in Kabarett und Comedy, in Karneval und Witzen bekommen sie oft das Lachen oder Gelächter als die Rache des „kleinen Mannes" gegen die Erfolgreichen und Mächtigen zu spüren. Sie werden in ihren Schwachstellen, Fehlleistungen und Schattenseiten imitiert, parodiert, kritisiert, ausgelacht und „heruntergemacht" und müssen lernen, damit zu leben.
Neid, Missgunst und Aggression bei ihren Mitmenschen auszulösen, ist wohl die unvermeidliche Kehrseite ihrer Bekanntheit, ihres Reichtums und ihrer Macht. „Der Neid ist die aufrichtigste Form der Anerkennung", meint Wilhelm Busch. Diese Einsicht mag den Ausgelachten als Trost zwar hilfreich sein, manche aber sind auch an der Grausamkeit des Spotts ihrer Mitmenschen zerbrochen.
 
Andererseits: Wenn die Mächtigen „keinen Spaß mehr verstehen", wenn über sie nicht mehr gelacht werden darf, dann ist eine gesellschaftliche oder politische Struktur so verhärtet, dass nur noch eine größere Krise oder gar der Zusammenbruch des Systems eine notwendige Veränderung herbeiführen können.
 
Die Funktion der Hofnarren im Mittelalter, die die „Narrenfreiheit" zu offener Kritik besaßen, oder vergleichbarer heutiger Gestalten in Kabarett und Comedy, war und ist „sozial-psychohygienisch" sehr wichtig, weil sie die aggressiven Spannungen, die zwischen „Oben" und „Unten" herrschen, kanalisieren und zum Teil ent-spannen und regulieren können.
Vergleichbare Konflikte zwischen „Oben" und „Unten", finden sich natürlich genauso in uns selber. Auch wir haben verhärtete Strukturen, Einstellungen, Meinungen, Werte, Glaubenssätze und Ideologien, bei denen wir sehr humorlos reagieren können, wenn Witze oder ironische Anspielungen darauf gemacht werden. Auch wir unterdrücken, verurteilen und bestrafen unsere spontanen, vitalen, archaisch- anarchistischen, triebhaften Anteile oft mit tyrannischer Härte. Und wenn dann solche unserer „Komplexe" oder peinlichen Schattenseiten angesprochen werden, vergeht uns schnell das Lachen, dann werden wir plötzlich humorlos, ernst, formal und prinzipiell.
 
„Der Flirt zwischen Himmel und Erde", wie er im nachfolgenden Aufsatz so schön genannt wird, gelingt dann nicht. Hinter solchen plötzlich bei uns auftretenden Verstimmungen, Verspannungen und Versteinerungen stehen oft alte beschämende Erfahrungen, Verwundungen und Verletzungen, narzisstische Kränkungen, aber eben auch heimliche Schattenseiten, die nicht hinterfragt und belächelt werden dürfen.
 
Wahrscheinlich auch aus diesen Gründen haben sich Tiefenpsychologie und Psychotherapie in ihren Anfangszeiten nur wenig und eher kritisch mit der Frage beschäftigt, ob und wie Humor und Lachen therapeutisch genutzt werden können. Die therapeutische Situation ist kein Ort ausgelassener Heiterkeit. Wir haben es meist mit leidvollen und konfliktreichen Erfahrungen zu tun, und es hat ja psychodynamisch seine guten Gründe, warum wir bestimmte Aspekte von uns unterdrücken und verdrängen mussten.
 
Oft befürchten Klienten und Patienten auch, gerade wegen ihrer Schwächen, Fehler, Merkwürdigkeiten und Eigenarten belächelt oder ausgelacht zu werden. Sie können dann selbst eine gut gemeinte Ironie oder humorvolle Bemerkung nicht gut vertragen. Sie lachen vordergründig vielleicht mit, fühlen sich aber eigentlich gekränkt und nicht wirklich ernst genommen. Zudem haben viele Menschen gelernt, „gute Miene" zum „bösen Spiel" zu machen und zu lächeln, wo es ihnen eigentlich weh tut:

Immer nur lächeln und immer vergnügt, immer zufrieden, wie's immer sich fügt. Lächeln trotz Weh' und tausend Schmerzen, doch wie's da drin aussieht, geht niemand etwas an (aus der Operette „Land des Lächelns" von Franz Lehár).
 
So müssen Trauer, Scham und Schmerzen oft erst richtig gefühlt und bewusst werden, bevor die befreiten Strahlen eines wahrhaften Lächelns hinter den Tränen hervorbrechen können.
 
C. G. Jung wird zwar ein besonderer Sinn für Humor und ein beeindruckendes Lachen attestiert, aber in seinen Werken findet man darüber wenig, wenn man mal von dem Aufsatz über den „Trickster-Archetyp" absieht, der auch nicht besonders heiter geschrieben ist. Dabei hätten nicht nur diese archetypische Gestalt, sondern die ganze Komplex- und Archetypentheorie, die Persona-Schatten-Thematik und weitere der symbolischen Figuren, wie die Baubo, der Narr, der Grenzgänger Hermes, der sinnliche Dionysos oder auch das „Innere Kind" durchaus wertvolle Beiträge zu einer Theorie des Lachens, des Witzes und des Humors liefern können. Aber möglicherweise war dieses Thema für damalige Zeiten schon genügend in den immer noch lesenswerten Aufsätzen von Freud über die Fehlleistungen, den Witz und den Humor abgehandelt worden? Apropos Psychoanalyse: Wie finden Sie den folgenden Witz?
 
Der kleine Jonny wacht in der Nacht auf und muss Pipi machen. Um zur Toilette zu kommen, muss er durch das Schlafzimmer seiner Eltern laufen, wo seine Eltern gerade bei einem leidenschaftlichen Verkehr in 69-Stellung beschäftigt sind. Der kleine Jonny schaut kurz zu, geht weiter zum Badezimmer und meint kopfschüttelnd zu sich selbst: „Und mich schleppen sie zum Therapeuten, bloß weil ich Daumen lutsche!"

Dieser Witz, mutig erzählt von dem berühmten Psychoanalytiker Otto Kernberg (Einleitung des in diesem Heft auf S. 98 rezensierten Buches), berührt eine ganze Reihe unserer sexuellen Tabus und belegt Freuds Grundannahme, dass Witze unterdrückte ödipale Konflikte, sadistische und autoaggressive Tendenzen, narzisstische Selbstbestätigung und polymorphe infantile Sexualität ausdrücken können.
 

Wenn wir über diesen Witz lachen konnten, zeigt es an, dass wir die in dem Witz berührten Komplexfelder kennen, einigermaßen bewältigt haben und auch einige der damit verbundenen Trieb- und Konfliktspannungen durch Lachen „entladen" konnten. Wenn wir wenig darüber lachen können, können wir uns fragen, weshalb, und wenn wir ganz viel darüber lachen mussten, können wir uns auch fragen, weshalb. So sind Witze, die wir gar nicht mögen und solche, die wir besonders mögen, eine gute Hilfe zur Selbsterkenntnis und zur Befreiung von allzu engen inneren Tabus und Begrenzungen. Grund genug, dieses Heft genau und sorgsam zu lesen und gut auf die inneren Reaktionen zu achten. Und wenn uns an der einen oder anderen Stelle doch „das Lachen vergehen" sollte, können wir uns immer noch jener „gelassenen Heiterkeit" erinnern, die wir Ihnen und uns herzlich wünschen!

Ihre Anette und Lutz Müller

die vielen spielerisch-kreativen Methoden. Dennoch
gibt es nur sehr wenige positive Äußerungen
zum Glücksbegriff oder zur Freude bei
Jung.
In einem Interview antwortete Jung auf die
Frage, was nach seiner Ansicht die Voraussetzungen
zum Glücklichsein sind:
„1. Eine gute körperliche und geistige Gesundheit.
2. Gute persönliche, nahe Beziehungen wie
z. B. in der Ehe, in der Familie, und in Freundschaften.
3. Die Fähigkeit, das Schöne in der Kunst
und der Natur wahrzunehmen.
4. Angemessene Lebensbedingungen und
eine befriedigende Arbeit.
5. Eine philosophische oder religiöse Weltanschauung,
die einem helfen kann, mit den
Schwierigkeiten des Lebens erfolgreich zu
Rande zu kommen.“ (Jung, Gespräche mit
C. G. Jung, 1986, S. 313)
Damit benennt Jung durchaus einige der
grundlegenden Faktoren, die auch von modernen
Glücksforschern als zentral bezeichnet
werden. Er ist aber sehr zurückhaltend, was
ein aktives Anstreben und dauerhafteres Erreichen
von Glückszuständen angeht und betont,
dass Leiden und Glück ein dem Leben notwendiges
Gegensatzpaar sind.
„Selbstverständlich kann es ohne Leiden kein
Glück geben. Der deutsche Philosoph Schopenhauer
sagte, Glück sei nur das Ende des
Leidens. Das ist eine etwas negative Definition.
Insofern Leiden ein sehr realer Zustand ist,
muß Glück ebenso real sein. Aber bedauerlicherweise
können die beiden nicht ohne einander
bestehen. Sie sind so eng verbunden,
daß Glück leicht in Leiden umschlägt, wie umgekehrt
intensivstes Leiden eine Art übermenschlichen
Glücksgefühls hervorrufen kann.
Sie bilden ein dem Leben unerlässliches Gegensatzpaar.“
(Jung, Briefe 1, S. 313)
„Alle Faktoren, die man gemeinhin als glückbringend
betrachtet, können unter bestimmten
Umständen das Gegenteil hervorbringen.
Selbst die idealsten Voraussetzungen sind
keine Garantie für das Glück. Eine vergleichsweise
kleine Störung im biologischen oder seelischen
Gleichgewicht kann genügen, um das
Glück zu zerstören. Weder eine gute Gesundheit,
noch günstige finanzielle Verhältnisse,
noch ungetrübte Familienverhältnisse können
einen z. B. vor unsäglicher Langeweile bewahren
- vor einer Langeweile, bei der sogar eine
Veränderung der Verhältnisse, durch eine nicht
zu schlimme Krankheit ausgelöst, eine willkommene
Abwechslung wäre.“ (Jung, Gespräche
mit C. G. Jung, 1986, S. 314 f)
Diese polare Sichtweise von Glück und Unglück
hat aber dennoch dem Glückserleben in
Jungs Werk nur wenig Raum eingeräumt, wenn
man davon absieht, dass die Individuation für
ihn das höchste Glück darstellt (vgl. Zitat S. 8)
Unter den deutschsprachigen Autoren der
Analytischen Psychologie sind es insbesondere
Verena Kast (z. B. Freude, Inspiration,
Hoffnung, 1991), Lutz Müller (z. B. Trotzdem ist
die Welt ein Rosengarten, 1996, 2010) und Riedel
(z. B. Geschmack am Leben finden, 2004),
die in ihren Büchern immer wieder auch die
positiven Aspekte des Lebens in den Mittelpunkt
stellen. Verena Kast hat beispielweise
empfohlen, neben der üblichen Krankheitsanamnese
auch eine Glücks- und Freudenanamnese
zu erheben und diesbezüglichen Tabuisierungen
und Hemmungen therapeutisch
aufzuarbeiten.
Gleichwohl entsteht der Eindruck, dass die
Analytische Psychologie im Hinblick auf den
bewussten Einbezug von Glücks- und Wohlfühlfaktoren
in ihr Persönlichkeits- und Behandlungskonzept
noch einigen Nachholbedarf
hat. Dabei sind wir überzeugt, dass dies
rasch und mühelos gelingen kann, weil die
Grundausrichtung der Analytischen Psychologie
schon immer ganzheitlich, kreativ, final-prospektiv
orientiert ist.
Wir würden uns freuen, wenn es den Autoren
dieses Heftes gelingen würde, auch in Ihnen
Hoffnung und Begeisterung dafür zu wecken,
dass Dankbarkeit, Freiheit, Liebe, Freude,
Glück, Humor und schöpferisches Leben Werte
sind, für die es sich lohnt, zu leben.
Ihre Anette und Lutz Müller
 

AKTUELLE AUSGABE


Aktuelles Heft

Heft Nr. 38 • September 2017
Hinweis für den Buchhandel (Libri): Jung Journal 38 • Forum für Analytische Psychologie und Lebenskultur • (Broschiert) •
von Prof. Dr. Lutz Müller (Herausgeber) • ISBN: 978-3-939322-38-2

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